Marktplatz vs eigener Shop: Welches Modell für den Verkauf in Afrika?

Für einen europäischen Verkäufer, der den afrikanischen Markt erreichen will — oder einen afrikanischen Produzenten, der Europa anvisiert — ist die Wahl zwischen einem bestehenden Marktplatz oder einem eigenen Online-Shop strukturierend.
Ein Marktplatz bietet einen schnellen Start mit minimaler Investition. Keine Website zu entwickeln, kein Hosting zu verwalten, kein Zahlungssystem zu integrieren. Die Plattform bringt Verkehr, Kundenbasis und Glaubwürdigkeit. Provisionen (10-20%) sind der Preis dieses Komforts.
Ein eigener Shop bietet totale Kontrolle: Branding, Kundenerlebnis, Kundendaten, Margen. Mit Shopify oder WooCommerce sind die Erstellungskosten stark gesunken. Aber die wahre Herausforderung ist die Verkehrsgewinnung: ohne die Sichtbarkeit eines Marktplatzes muss man in Werbung, SEO und Social Media investieren.
Das Hybridmodell ist oft die beste Strategie. Den Marktplatz als Schaufenster und Akquisitionskanal nutzen, dann treue Kunden zum eigenen Shop weiterleiten für höhere Margen. Dieser Ansatz testet den Markt mit weniger Risiko.
Die Besonderheiten des afrikanischen Marktes sprechen für Marktplätze bei Anfängern. Mobile-Money-Integration, Multi-Land-Logistik und Käufervertrauen sind komplexe Probleme, die ein Marktplatz für seine Verkäufer löst.
Langfristig kombinieren erfolgreiche Verkäufer beide Ansätze. Der Marktplatz generiert Volumen und Sichtbarkeit, der eigene Shop baut Marke und Marge auf. Das Endziel: 30% des Umsatzes aus dem eigenen Shop, mit 2-3-mal höheren Margen.